Einen anderen Agenten mitlesen lassen

Du fragst Claude: „Welche Projekte der Meyer GmbH haben noch nicht abgerechnete Stunden, und wer hat sie gearbeitet?" Claude fragt kyte, kyte antwortet aus deinen Firmendaten, und in der Antwort stehen die Projekte, die Stunden und die Namen. Nichts wurde kopiert, nichts eingefügt, und du hast das Programm nicht verlassen, in dem du ohnehin gearbeitet hast.

Genau das passiert hier: kyte reicht einem anderen KI-Programm seine lesenden Werkzeuge. Dahinter steckt MCP, ein kleines Protokoll, über das solche Programme Werkzeuge einsammeln — und kyte spricht es als Befehl: kyte mcp.

Was du brauchst

Die kyte-Kommandozeile — dasselbe Produkt wie die App, nur ohne Fenster. Woher sie kommt, steht in kyte installieren. Einmal anmelden:

kyte login

Der Browser geht auf, du bestätigst, die Sitzung bleibt gespeichert. kyte mcp braucht danach nichts mehr von dir.

Anklemmen

Das andere Programm startet kyte selbst, du sagst ihm also nur einmal, wie der Befehl heißt. In eine Konfigurationsdatei gehört ein absoluter Pfad: ~ ist eine Bequemlichkeit der Shell, und eine Argumentliste in JSON oder YAML ist keine Shell.

Claude im Terminal

claude mcp add kyte -- kyte mcp

Claude Desktop — in ~/Library/Application Support/Claude/claude_desktop_config.json:

{ "mcpServers": { "kyte": { "command": "kyte", "args": ["mcp"] } } }

Hermes — in ~/.hermes/config.yaml:

mcp_servers:
  kyte:
    command: kyte
    args: ["mcp"]

Wenn du vorher selbst sehen willst, was angeboten wird, frag den Befehl von Hand:

printf '%s\n' '{"jsonrpc":"2.0","id":1,"method":"tools/list"}' | kyte mcp

Was er lesen kann

Die lesenden Werkzeuge der Apps, die in deinem Arbeitsbereich eingeschaltet sind — siebzehn, wenn alles an ist:

App Kann auflisten
CRM Firmen, Ansprechpartner, Verkaufschancen, Produkte
ERP Projekte, Firmen, Zeiteinträge und die Stunden auf einem Projekt
Abläufe die Ablaufvorlagen
Ziele Ziele, Schlüsselergebnisse, Vorhaben, Teams, Personen
Wissen die Dokumente der Firma
Aufgaben das Board

Er liest als du: genau die Zeilen, die deine Rolle auch in der App sieht, keine einzige mehr. Die privaten Notizen einer Kollegin bleiben privat, weil sie in der Datenbank privat sind und nicht bloß in der Oberfläche ausgeblendet. Eine App, die du abgeschaltet hast, ist auch für den fremden Agenten nicht da.

Der andere Agent bekommt gesagt, was er hat

Beim Verbinden stellt kyte sich dem Modell des anderen Programms vor: wessen Arbeitsbereich das ist, dass als diese Person und mit deren Rechten gelesen wird, dass die Daten sich selbst aktuell halten, dass hier nichts geändert werden kann, und dass Ändern und Bauen in kyte selbst passieren. Du musst davon nichts in deinen Prompt schreiben.

Aktuell bleibt es von selbst

Gibt es einen Team-Server, gleicht sich der Arbeitsbereich ab, solange der Server bedient — nicht nur beim Start. Der andere Agent muss davon nichts wissen und niemanden um einen Abgleich bitten: er fragt, und die Antwort steht auf dem Stand der Firma.

Ist die Box nicht erreichbar, wird weiter aus der lokalen Kopie bedient; kyte schreibt das einmal ins Protokoll. Eine Antwort von gestern ist besser als keine.

Was er nie kann

  • Schreiben. Nichts wird angelegt, geändert oder gelöscht. Auf die Frage, ob ein fremder Agent Firmendaten ändern darf, lautet die Antwort heute schlicht nein. Wenn sich das ändert, schaltest du es bewusst ein — es kommt nicht mit einem Update angereist.
  • Bauen. Apps und Erweiterungen entstehen in kyte selbst, in der App oder mit dem kyte-Agenten, wo die Freigabekarte hängt. Das ist eine Grenze, keine Lücke — siehe Was Extend ist.
  • Befehle ausführen oder deine Dateien lesen. Für ihn existieren nur die Werkzeuge von oben.

Wohin die Daten gehen

Das ist die eine Sache, die sich wirklich ändert, wenn du ein anderes Programm anklemmst: Was dieses Programm liest, geht an dessen Modell — zu den Bedingungen dieses Anbieters.

Der Agent von kyte schickt über den Pirol-Endpunkt, der persönliche Daten ersetzt, bevor eine Nachricht den Rechner verlässt — siehe Persönliche Daten in einer Nachricht. Ein fremder Agent nimmt diesen Weg nicht. Wenn Claude deine Kundenliste liest, um eine Frage zu beantworten, geht die Kundenliste zu Claude.

Für viele Fragen ist das ein vernünftiger Tausch, für manche der falsche. Das ist deine Entscheidung — sie sollte nur bewusst fallen.

Eine Datenbank, ein Programm

Die Datenbank von kyte verträgt genau eine Verbindung. Solange kyte mcp einen Agenten bedient, sollte keine kyte-Sitzung in einem anderen Terminal offen sein — und zwei Agenten brauchen zwei Ordner, jeder mit eigener Anmeldung:

kyte login --db /Users/du/.kyte/claude
kyte mcp --db /Users/du/.kyte/claude

Jeder Ordner ist ein eigener Arbeitsbereich. Dieselbe Firma zeigen beide erst, wenn sie sich mit einem Team-Server abgleichen — siehe Allein, mit Pirol Online oder auf eigenem Server. Ist ein Ordner belegt, sagt kyte das und hört auf, statt eine zweite Verbindung zu öffnen.

Und noch etwas: Der Arbeitsbereich der Kommandozeile ist nicht der deiner Desktop-App. Das sind zwei Ordner auf einem Rechner. Erst ein Team-Server macht daraus eine Firma.

Wenn es klemmt

Der andere Agent sagt, kyte könne gerade nicht antworten — dann ist entweder die lokale Sitzung abgelaufen (sie hält zwölf Stunden) oder der Datenordner belegt. Der Server bleibt in dem Fall verbunden und bietet ein einziges Werkzeug an, das den Grund und die Abhilfe nennt; frag den Agenten einfach danach. Meistens heißt die Abhilfe kyte login, danach den Server im anderen Programm neu verbinden.

Er arbeitet noch als der alte Benutzer — die Sitzung wird einmal beim Start gelesen. Nach einem kyte login das andere Programm neu starten oder seinen kyte-Server aus- und wieder einschalten.

Er sieht alte Daten — ohne Team-Server ist dieser Ordner für sich allein; dann ist der Stand genau das, was in ihm steht. Mit Team-Server prüf die Startzeile des Servers: Steht dort kein „im Abgleich mit …", ist die Box nicht erreichbar.